Hallo zusammen und gleich mal ein dickes Dankeschön an alle, die mir eMails und Kommentare geschickt haben! Ich habe mich dazu durchgerungen, jetzt doch einmal kurz zu umreißen, warum Ohrzucker erst versickert, und dann verschwunden ist.
Das letzte Jahr war ein Jahr, das ich nicht noch ein zweites Mal erleben möchte. Doch eigentlich hatte ja alles schon viel früher angefangen: Mit dem Schlaganfall meiner Mutter. Für sie hieß das: Halbseitige Lähmung und Aphasie ( = Verlust der Fähigkeit zu Sprechen). Wegen der nun erforderlichen Rundumversorgung bedeutete dies Pflegeheim und eine enorme Belastung für meinen Vater und mich. Nach ca einem halben Jahr ist meine Mutter dann gestorben.
Mein Vater hat das nicht verkraftet. Er selbst hatte vor noch nicht allzu langer Zeit schwerste Operationen hinter sich, (Herzinfarkt, Bypass usw), wäre selbst fast daran gestorben. Und nun der Tod seine Frau. Neben der rapide zunehmenden körperlichen Hinfälligkeit gab er sich auch seelisch auf und begann zusehends zu verfallen.
Irgendwann nach der x´ten Krankenhauseinweisung - mussten wir einsehen, dass er sich zuhause nicht mehr selbst versorgen konnte. Er zog in ein Seniorenheim um. Ich war nun für den Umzug verantwortlich, für Behördengänge, seine Finanzen, Gespräche mit den Kassen und immer wieder mit Ärzten, die Wohnungsauflösung (die erst vor Zwei Wochen ein Ende gefunden hat!) und bot natürlich das Ohr für alle seine Klagen und seine Verzweiflung. Krankenhausaufenthalt reihte sich an Krankenhausaufenthalt wenn das Telefon klingelte dachte ich gleich an nichts Gutes - schließlich musste auch er in ein Pflegeheim, wo er nach kurzem Aufenthalt schließlich gestorben ist.
Neben all den psychischen Belastungen kamen jetzt noch Nachlassgeschichten, Behördengänge und Auflösung seines Hauses auf mich zu. Es wollte schier kein Ende nehmen.
Doch vor zwei Wochen war das Elternhaus endlich leer geräumt und verkauft und mit der Schlüsselübergabe erschien ein schwaches Licht am Horizont, mit der Aussicht, dass ich endlich mein Leben wieder bekommen könnte.
Langsam komme ich wieder zu mir.
Klingt schlimm? Glaubt mir, es war viel schlimmer.
Kein Wunder also, wenn kein Raum mehr für Ohrzucker da war. Ich hoffe, Ihr versteht das.
Ob ich weiter mache? Mal sehen. Im Augenblick kommt mir Podcasten eher wie Arbeit vor und nicht wie das Abenteuer das es einmal für mich war. Von daher freue ich mich, dass Ingo sich bei mir gemeldet hat um einen Beitrag zu verfassen. Ich finde, er ist überaus gelungen!
Vielleicht ist das ja ein Anstoß für mich
Also dann - bis zum nächsten Lebenszeichen Euer Marcus!