Folge 36: Sprache und Musik - und eine Liebesgeschichte

24.07.06, 13:29:33 von ohrzucker
Ich war eingeladen, für den Podcast von Andrea W einen Beitrag zu produzieren. Mach, wozu Du Lust hast, schrieb sie mir - und das hatte sie nun davon :-)
Denn meine Themenauswahl ist unberechenbar - Ihr wisst das natürlich mittlerweile am besten.
Heute geht es also um Sprache und Musik - im engeren, wie auch im weiteren Sinne.......
Ach ja - und die Liebesgeschichte? Hört selbst :-)
http://andrea.podspot.de/

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  1. LeV sagt:
    Gerade arbeite ich an einem Essay zu meinem Seminar über die semiotische Musikforschung. Musik ist, da sind sich alle irgendwie einig, ein Zeichensystem wie Sprache auch. Es erfordert ähnliche kognitive Verarbeitungsprozesse wie Sprache, denn es ist ebenfalls ein akustisches Signal, besteht aus dem systematischen Zusammenspiel von Frenquenz und Rhythmus und basiert auf irgendeiner Art von "Grammatik".

    Interessant ist für mich dabei nicht nur die Frage, welche neukognitiven Prozesse ablaufen, sondern auch, welche Art von Grammatik und welche Bedeutung die musikalischen Zeichen haben. Ein Kommentator zum ersten Teil von Gehirnforschung meinte zuvor, dass die Forschung ihm nicht erklären könne, warum manche Musik ihn anrege und machne nicht. Ähnlich ist es auch bei sprachlicher Kunst, z.B. Gedicht. Gefallen steht für mich zunächst einmal separat und ist nicht zu klären, bevor nicht eine Vorstellung von der Systematik des Zeichensystems Musik vorliegt. Auch wenn nicht jedem Musikstücke in gleicher Weise gefallen, gibt es teilweise intersubjektive Übereinkünfte darin, ob Musik eher traurig, melancholisch, tänzerisch, fröhlich oder dergleichen mehr ist. Musik scheint also vor allem Stimmungen, emotionale Gehirnzustände zu kodieren und es gibt durchaus interessante Thesen darüber, wie das passiert. Kenntnis über die neuronale Verarbeitung dieser Zeichen spielt dafür keine unwesentliche Rolle.

    Einen Text zur Neukognition von Musik, den ich deshalb gerade zufällig gelesen habe, möchte ich dir und deinen Hörern nicht vorenthalten: http://www.cbs.mpg.de/MPI_Base/NEU/institute/research_teams/team_koelsch
    Die Aussagen über die "Grammatik der westlichen Musik" sind mit Vorsicht zu genießen. Aber die Ergebnisse sind trotzdem nicht uninteressant. Ich freue mich auf weitere Podcasts rund um das Thema Zeichensystem Musik und deren kognitive Verarbeitung und eventuell schaffe ich es demnächst, meine Gedanken dazu zusammenzufassen und dem einen eigenen Blogartikel zu widmen. Grüße LeV

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